Plädoyer für eine gute Küche

Interview mit Chefdesigner Rainer Kalesse (Nolte Küchen)

Was zeichnet die moderne, zeitgemäße Küche heute aus?

Die heutige Küche ist nicht mehr nur der reine Arbeitsraum, der sie noch in den 60er- und 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts war. Vielmehr ist die moderne Küche Mittelpunkt des privaten Lebens und eindeutig eher Wohn- als Arbeitsraum. Daraus resultiert, dass heute wesentlich mehr Wert auf ­eine gute Ausstattung und auch gutes Design gelegt wird, und das ist auch richtig so. Denn verglichen mit des Deutschen liebstem Kind, dem Auto, wird die Ausstattung der Wohnung – und damit auch der Küche – immer noch sehr stiefmütterlich behandelt.

Worauf kommt es beim Küchendesign an?

In erster Linie kommt es beim Design auf die ganzheitliche Betrachtung der Küche an. Wie kann ich es als Designer schaffen, für den Kunden nicht nur kurzfristige Kaufanreize zu erzeugen, sondern ihm ein Produkt zu bieten, dass ihn langfristig vollauf zufriedenstellt? Und das ist mehr als ein zeitgemäßes Aussehen. Es kommt vielmehr auf passende Ergonomie, intelligente Materialauswahl, qualitativ hochwertige Verarbeitung und durchdachte Planung an. Denn so wird die Küche für den Nutzer zu dem, was sie auch sein sollte: Lebensmittelpunkt der Familie.

Welche Funktionen sind neben einer schicken Optik wichtig?

Eine „schicke Optik“ mag auf den ersten Blick beeindrucken. Von größerer Bedeutung ist ihr Nutzen: Genügt die Küche den ­Ansprüchen des Nutzers? Im Laufe der täglichen Nutzung zeigt sich oft erst, ob die Küche auch den gezahlten Preis wert ist. Am falschen Ende gespart, entpuppt sich so manches Schnäppchen dann als teure Fehlinvestition: Wenn Sie sich zum Beispiel jeden Tag zehn Mal zum Geschirrspülen bücken müssen, ist der Aufpreis für einen hochgebauten Geschirrspüler vielleicht gar nicht mehr so hoch. Und nach dem dritten Gang in den Keller erscheint zusätzlicher Stauraum beispielsweise durch übertiefe Auszugsschränke vielleicht doch sinnvoll. So gesehen macht sich die vielleicht zunächst einmal teurere Küche langfristig mehr als bezahlt!

Stichwort Nachhaltigkeit. Was ist für Sie als Designer wichtig?

Mein Anliegen ist es, dem Nutzer langfristig Zufriedenheit bei der Arbeit – oder besser: bei dem Vergnügen – in seiner Küche zu ­ermöglichen. Das geht nur über qualitativ hochwertige Produkte, die sich optisch selbst nach Jahren noch nicht abgenutzt haben. Darüber hinaus bedeutet Nach­haltigkeit natürlich, die Küche umwelt­freundlich und ressourcenschonend her­zustellen: Für uns bei Nolte Küchen bedeutet diese Verantwortung gegenüber der Umwelt, dass unsere Produkte sowohl FSC- als auch PEFC-zertifiziert sind. Im Klartext: Unsere Produkte stammen aus sozial­verträglicher und umweltgerechter Waldbewirtschaftung.

Wie kann ich in der Küche Strom sparen? 

Zum einen sicherlich durch den Kauf energieeffizienter Elektrogeräte. Aber das ist noch nicht alles – wir sollten uns genauso fragen, woher unser Strom kommt. So bezieht die gesamte Nolte Gruppe ausschließlich mit dem „Grüner Strom Label“ ge­kennzeichneten Strom. Dabei fördert der ­Stromanbieter je verbrauchter KW-Stunde mit einem festen Beitrag den Ausbau ­erneuerbarer Energien. Damit leisten wir unseren Beitrag zur sicherlich notwendigen Neuausrichtung der Energiepolitik.

Wie werden die Küchen in 20, 30 Jahren aussehen?

Die Grundzüge der modernen Einbauküche stammen aus den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Seitdem hat sich hier nicht wirklich viel Grundlegendes verändert. Da das also mittlerweile seit über 80 Jahren so ist, wage ich zu behaupten, dass sich die Küche an sich auch in den nächsten Jahren nicht grundsätzlich verändern wird. Ein Schrank wird auch in Zukunft ein Schrank bleiben, selbst wenn dieser sich heute schon über perfekt organisierte und gedämpfte Vollauszüge und Schubkästen deutlich von einem Küchenschrank unserer Eltern oder Großeltern unter­scheidet. Sicherlich wird die Anzahl der „kleinen ­Küchenhelfer” zunehmen, ich denke da an einen fortschreitenden Elektrifizierungsgrad der Möbel. Auch die Komfortausstattung wird zunehmen, und im Hinblick auf die technischen Möglichkeiten der Elektrogeräte ist das Ende der Fahnenstange sicherlich auch noch nicht erreicht. Aber auch die Vernetzung über das Internet wird in den kommenden Jahren verstärkt Einzug in die Küche halten. Generell wird die Anforderung der Gesellschaft an die Mobilität des Einzelnen zunehmen. Daraus resultieren vermehrte Umzüge, die wiederum modular aufgebaute Küchen attraktiv machen. Durch den Verzicht auf die klassische Planung von Wand zu Wand werden Umzüge ein Leichtes, und die Küche passt sich immer wieder veränderten Lebenssituationen an.

Ein weiterer interessanter Ansatz sieht das Wohnen der Zukunft mit flexibel anzuordnenden Möbeln. Weg von der Aufteilung der Wohnung in starre Räume wie Flur, Schlaf-, Ess- oder Wohnzimmer und hin zu einer stärkeren Fusion der einzelnen Lebensbereiche in einem großen Raum, der seine Struktur und Aufteilung durch multifunktionale Schrank- oder Möbelelemente erfährt. So kann zum Beispiel ein Schrank, der auf der einen Seite Stauraum für die ­Küche bietet, auf der anderen Seite im Wohnbereich den Flachbildschirm aufnehmen. Das Thema Wohnen bleibt also auch in Zukunft überaus spannend!

Wie viel Zeit verbringen Sie selbst in der Küche?

Fühle ich mich in meiner Küche wohl, verbringe ich auch automatisch mehr Zeit mit meinen Freunde und/oder meiner Familie darin. Ich möchte hier ein Plädoyer für eine gut ausgestattete, auf die indivi­duellen Bedürfnisse des Nutzers abgestimmte Küche halten: Jeden Euro mehr, der hier sowohl in die Planung, aber auch in Stauraum, Auszüge und die ergonomische Anordnung der einzelnen Arbeitsbereiche gesteckt wird, bekommt man hundertfach durch die gewonnene Lebensqualität zurück!

Plädoyer für eine gute Küche

Chefdesigner Rainer Kalesse (Nolte Küchen)



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